Gin-Wissen · FAQ
Gin-FAQ: Die häufigsten Fragen rund um Gin
Hier beantworten wir die 24 Fragen, die uns seit 2015 am häufigsten gestellt werden: am Tresen, auf Messen und per Mail. Kurz, ehrlich und ohne Marketing-Nebel. Alle Fakten zu unserem eigenen Gin findest du kompakt unter JUNIPER JACK in Fakten.
Gin-Grundwissen
Was ist Gin?
Gin ist eine Spirituose, deren Geschmack vom Wacholder geprägt wird. Grundlage ist Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, der mit Wacholderbeeren und weiteren Pflanzenstoffen aromatisiert wird. In der EU muss Gin mindestens 37,5 % vol. haben, und der Wacholder muss im Geschmack vorherrschen. So steht es in der EU-Spirituosenverordnung (EU) 2019/787.
Woraus wird Gin gemacht?
Aus drei Dingen: hochreinem Alkohol, Wacholder und weiteren Botanicals, also Kräutern, Gewürzen, Schalen oder Wurzeln. Bei JUNIPER JACK sind es zehn Botanicals. Sieben verraten wir: Wacholder, Bitterorangenschale, Zitronenschale, Minze, Koriandersamen, Wermut und Brombeerblätter. Drei bleiben geheim, ganz im Sinne von Shakespeare: „The Rest is Silence“.
Wie wird Gin hergestellt?
Bei einem destillierten Gin werden die Botanicals zuerst in Alkohol eingelegt (Mazeration) und danach gemeinsam destilliert. Bei JUNIPER JACK legen wir die Kräutergruppen getrennt ein, weil jedes Botanical sich anders verhält. Filigrane Kräuter wie die Minze kommen erst während der Destillation dazu, damit sie nicht bitter werden. Die Destillation in der 300-Liter-Kupferbrennblase dauert rund acht Stunden. Danach ruht der Gin sechs Monate, bevor er abgefüllt wird.
Was ist London Dry Gin?
London Dry ist keine Herkunftsangabe, sondern die strengste Qualitätsstufe für Gin in der EU. Ein London Gin muss vollständig durch Destillation aromatisiert werden. Nach der Destillation darf außer Wasser und Alkohol gleicher Qualität nichts mehr hinzu: keine Aromen, keine Farbstoffe, höchstens 0,1 g süßende Stoffe pro Liter. Die Rezeptur muss also fertig sein, wenn das Destillat aus der Brennblase läuft. Mehr dazu: London Dry Gin erklärt.
Kommt London Dry Gin aus London?
Nein. „London Dry“ beschreibt die Herstellungsweise, nicht den Ort. Ein London Dry Gin darf überall auf der Welt gebrannt werden, also auch in Sachsen. Deshalb ist JUNIPER JACK ein London Dry Gin aus Dresden.
Was ist der Unterschied zwischen Gin, Distilled Gin und London Dry Gin?
Gin darf nach dem Brennen noch aromatisiert werden. Distilled Gin wird durch Destillation aromatisiert, darf danach aber noch mit Aromen ergänzt werden. London Dry Gin darf nach der Destillation gar nicht mehr verändert werden, außer durch Wasser und Alkohol gleicher Qualität. Je weiter unten auf dieser Liste, desto mehr Arbeit steckt in der Rezeptur.
Was ist ein New Western Dry Gin?
New Western Dry ist keine rechtliche Kategorie, sondern eine Stilbeschreibung. Gemeint sind Gins, bei denen andere Aromen wie Gurke, Blüten oder Beeren im Vordergrund stehen und der Wacholder zurücktritt. JUNIPER JACK ist das Gegenteil: Hier ist der Wacholder der Hauptdarsteller.
Was sind Botanicals?
Botanicals sind alle pflanzlichen Zutaten, die einem Gin seinen Geschmack geben: Wacholder als Pflicht, dazu zum Beispiel Zitrusschalen, Koriander, Wurzeln oder Kräuter. Mehr Botanicals bedeuten nicht automatisch mehr Geschmack. Wir halten es wie die italienische Küche: wenige, sehr gute Zutaten, sauber ausbalanciert.
Wie viel Alkohol hat Gin?
In der EU mindestens 37,5 % vol. Viele Craft Gins liegen zwischen 40 und 47 % vol. JUNIPER JACK hat 46,5 % vol., unser Navy Strength 57,2 % vol.
Was ist Navy Strength Gin?
Navy Strength steht für 57,2 % vol. Der Name geht auf die britische Marine zurück: Lief Gin im Lager aus und tränkte das Schießpulver, sollte es trotzdem noch zünden. Ab 57,2 % vol. ist das der Fall. Wir haben die Legende mit einer Sprengschule bei Dresden selbst getestet. Sie stimmt. Mehr dazu: Navy Strength Gin.
Warum wird mein Gin trüb?
Das ist der Louché-Effekt und kein Mangel. Bei Kälte oder wenn Wasser dazukommt, reicht die Kraft des Alkohols nicht mehr aus, um alle ätherischen Öle zu binden. Die Öle lagern sich zusammen und brechen das Licht, der Gin wird milchig. Bei Zimmertemperatur wird er wieder klar. Je stärker die Trübung, desto mehr Aromaöle stecken im Gin. JUNIPER JACK ist unfiltriert und zeigt den Effekt deshalb sehr deutlich.
Wie du die Trübung im Glas bewusst inszenierst, zeigt unser Gin-Tonic-Ritual Der trübe Moment.
Warum ist JUNIPER JACK unfiltriert?
Viele Gins werden kalt gefiltert, damit sie auch im Kühlschrank glasklar bleiben. Dabei gehen aber genau die ätherischen Öle verloren, die den Geschmack tragen. Wir filtern nur grob, damit Schwebeteilchen herauskommen und die Aromen drinbleiben. Unser Motto: Geschmack vor Optik.
Trinken und Servieren
Wie trinkt man Gin richtig?
Es gibt kein Richtig, es gibt nur Anlässe. Pur, bei Zimmertemperatur oder leicht gekühlt, lernst du einen Gin am besten kennen. Im Gin Tonic wird er erfrischend, im Martini elegant, im Basil Smash kräuterig. Ein guter Gin muss pur überzeugen und im Drink funktionieren.
Welches Mischverhältnis ist ideal für Gin Tonic?
Ehrliche Antwort: Das eine richtige Verhältnis gibt es nicht. Du fragst zehn Barkeeper und bekommst zwölf Meinungen. Als Startpunkt gilt 1:3, also 4 cl Gin auf 12 cl Tonic.
Wie stark das Verhältnis den Drink verändert, zeigt eine einfache Rechnung mit 4 cl JUNIPER JACK. Bei 46,5 % vol. stecken darin 1,86 cl reiner Alkohol (4 × 0,465):
- 1:2 (4 cl Gin + 8 cl Tonic = 12 cl): rund 15,5 % vol. im Glas. Der Gin führt, Wacholder und Kräuter stehen vorn.
- 1:3 (4 cl + 12 cl = 16 cl): rund 11,6 % vol. Gin und Tonic auf Augenhöhe.
- 1:4 (4 cl + 16 cl = 20 cl): rund 9,3 % vol. Leichter, Süße und Bitterkeit des Tonics treten stärker hervor.
Gerechnet ohne Schmelzwasser. Weil JUNIPER JACK sehr aromatisch ist, reichen oft schon 3 bis 4 cl für vollen Geschmack.
Unser Standard dafür ist Der trübe Moment: 4 cl Gin auf Eis, 12 cl trockenes Tonic, Zitronenzeste.
Wie finde ich mein persönliches Mischverhältnis?
Herantasten statt raten. So findest du dein Verhältnis, ohne dabei drei ganze Drinks zu trinken:
- Drei kleine, gleiche Gläser randvoll mit Eis füllen.
- In jedes Glas genau 2 cl Gin abmessen, am besten mit einem Messbecher (Jigger).
- Mit 4, 6 und 8 cl kaltem Tonic auffüllen. Das entspricht 1:2, 1:3 und 1:4. Kurz umrühren.
- Nebeneinander probieren, dazwischen einen Schluck Wasser.
- Den Favoriten später im großen Glas in kleinen Schritten nachjustieren.
Wichtig: Teste immer mit demselben Tonic, derselben Temperatur und demselben Glas, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen. Schreib dir dein Ergebnis auf. Dann ist es dein Verhältnis, ganz egal, was andere sagen.
Welches Tonic passt zu einem wacholderbetonten Gin?
Hier scheiden sich die Geister, und das ist gut so. Grob gibt es zwei Lager. Klassische Tonics, etwa Indian oder Dry Tonic, leben von Chinin, etwas Zitrus und Kohlensäure. Sie bauen dem Gin eine Bühne. Flavored Tonics bringen eigene Aromen mit, zum Beispiel Gurke, Holunderblüte, mediterrane Kräuter oder Beeren. Das kann spannend sein, überdeckt aber schnell, was im Gin steckt.
Drei Dinge entscheiden, ob Gin und Tonic zusammenpassen:
- Süße: Je süßer das Tonic, desto mehr verschwinden die feinen Aromen des Gins.
- Bitterkeit: Das Chinin ist der Gegenpol zu Zitrus und Süße. Zu wenig wirkt flach, zu viel dominiert.
- Kohlensäure: Eine kräftige, feine Perlage trägt die Aromen in die Nase. Ein schales Tonic macht jeden Gin müde. Deshalb lieber kleine, gut gekühlte Flaschen frisch öffnen.
Mein persönlicher Geschmack, Jörg Fiedler, Gründer von JUNIPER JACK: trocken, mit guter Kohlensäure und mittlerer Bitterkeit. So hat der Gin die perfekte Bühne und wird nicht bis zur Unkenntlichkeit maskiert. Ich will die Kombination aus Gin und Tonic schmecken, nicht ein Tonic, in dem irgendwo auch Gin steckt. Dazu eine Scheibe Grapefruit.
Am Ende entscheidet dein Gaumen. Probier zwei oder drei Tonics nebeneinander mit demselben Gin, dann weißt du es.
Warum gehört so viel Eis in den Gin Tonic?
Weil viel Eis langsamer schmilzt. Eine große Eismenge kühlt sich gegenseitig, der Drink bleibt länger kalt und verwässert weniger. Wenig Eis schmilzt schnell und macht den Drink wässrig. Also: Glas randvoll mit Eis. Mehr dazu im Blog: Eis.
Was ist Chinin?
Chinin ist der Bitterstoff, der Tonic Water seinen typisch herben Geschmack gibt. Er stammt ursprünglich aus der Rinde des Chinarindenbaums. In Deutschland müssen Getränke mit Chinin als „chininhaltig“ gekennzeichnet sein.
Woher kommt der Gin Tonic?
Die gängigste Erklärung führt in die Zeit der britischen Kolonien in Indien im 19. Jahrhundert. Chinin wurde dort mit Wasser, Zucker und Limette gemischt, um den bitteren Geschmack erträglicher zu machen, und irgendwann kam Gin dazu. Daraus wurde einer der bekanntesten Longdrinks der Welt.
Geschüttelt oder gerührt?
Faustregel: Besteht ein Drink nur aus Spirituosen, wird gerührt, zum Beispiel beim Martini. Kommen Säfte, Sirup, Eiweiß oder Sahne dazu, wird geschüttelt. Ausführlich erklärt im Blog: Geschüttelt oder gerührt?
Kann man Gin mit Sekt mischen?
Ja, und zwar sehr gut. Der Klassiker heißt French 75: Gin, Zitronensaft und etwas Zucker, aufgefüllt mit Sekt oder Champagner. Zum Rezept French 75.
Der bekannteste Klassiker mit Gin und Sekt ist der French 75.
Lagern und Kaufen
Wie lange ist Gin haltbar?
Ungeöffnet praktisch unbegrenzt, denn der hohe Alkoholgehalt konserviert. Nach dem Öffnen verfliegen die feinen Aromen langsam. Wir empfehlen, eine geöffnete Flasche innerhalb von ein bis zwei Jahren zu genießen. Aufrecht, dunkel und nicht zu warm lagern.
Gehört Gin in den Kühlschrank?
Nein, nötig ist das nicht. Bei JUNIPER JACK wirst du im Kühlschrank außerdem den Louché-Effekt sehen: Der Gin wird trüb. Das ist harmlos und verschwindet bei Zimmertemperatur wieder.
Welcher Gin eignet sich als Geschenk?
Einer, der eine Geschichte hat und nicht in jedem Supermarktregal steht. Zum Kennenlernen eignet sich ein Tasting Set mit mehreren Sorten in kleinen Flaschen. Für Kenner sind limitierte, nummerierte Editionen das Besondere. Unsere Auswahl findest du in der Geschenkwelt.
Ausführlich erklärt

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