Gin-Wissen · Gin Tonic
Gin Tonic: Mischverhältnis, Tonic und Perfect Serve
Das richtige Mischverhältnis für Gin Tonic liegt zwischen 1 : 2 und 1 : 4. Unser Startpunkt ist 1 : 3, also 4 cl Gin auf 12 cl trockenes Tonic, im randvoll mit Eis gefüllten Glas, Gin zuerst. Wie du dein eigenes Verhältnis findest, welches Tonic passt und warum eine Zeste mehr bringt als eine Zitronenscheibe, steht hier. Mit Rechner.
Zum Gin-Tonic-Rechner ↓Du fragst dich, ob ein guter Gin überhaupt in den Tonic gehört? Lies, warum Pur und Gemischt beide richtig sind.
Rezept · 1 Drink · 2 Minuten
Gin Tonic Rezept
- 4 cl Gin (London Dry)
- 12 cl Tonic Water, gut gekühlt
- Eiswürfel, ein ganzes Glas voll
- 1 Zeste von der Zitrone
Mischverhältnis 1 : 3. Mit unserem London Dry (46,5 % vol) sind das rund 15 g Alkohol pro Drink.
- Ein großes Glas randvoll mit Eis füllen.
- 4 cl Gin über das Eis gießen.
- 12 cl Tonic langsam am Barlöffel entlang dazugießen, damit die Kohlensäure bleibt.
- Einmal sanft von unten nach oben rühren.
- Die Zitronenzeste über dem Glas ausdrücken und hineingeben.
Wie gefällt dir das Rezept?

Das Mischverhältnis: 1 : 3 als Startpunkt
Ein Gin Tonic hat zwei Zutaten, und trotzdem schmeckt er überall anders. Der größte Hebel ist das Verhältnis. Bei 1 : 2 dominiert der Gin, bei 1 : 4 das Tonic. Wir starten bei 1 : 3 und passen dann an.
Wichtig ist, was im Gin steckt. Ein aromatischer Gin mit 46,5 % vol trägt mehr Tonic als ein milder mit 37,5 %. Bei unserer Navy Strength reichen 3 cl für dieselbe Menge Alkohol wie 4 cl London Dry. Mehr Gin macht den Drink nicht besser, nur stärker.
So findest du dein Verhältnis: Mach den ersten Drink mit 1 : 3. Schmeckt er dir zu bitter oder zu süß, liegt es am Tonic, nicht am Gin. Fehlt dir Wacholder, geh auf 1 : 2,5. Ist er dir zu kräftig, auf 1 : 4.
Gin-Tonic-Rechner
Rechenweg: Gin (ml) × Alkoholgehalt = reiner Alkohol (ml), mal 0,789 g/ml = Gramm. Geteilt durch Gin + Tonic + Schmelzwasser ergibt den Alkoholgehalt im Glas. Werte gerundet.
Abstimmung
Dein Perfect Serve: Was gehört in dein Glas?
Vier Fragen, ein Klick. Danach siehst du, wie alle anderen ihren Gin Tonic trinken.
Wir speichern nur deine Auswahl, keine persönlichen Daten.
Das Ritual in sechs Schritten
Welches Tonic passt?
| Indian Tonic, trocken | Unsere Empfehlung für Gins mit viel Wacholder. Klare Bitterkeit vom Chinin, wenig Zucker, gute Kohlensäure. Bei unseren Events schenken wir ein trockenes Indian Tonic aus. |
|---|---|
| Mediterranean Tonic | Mit Kräuternoten wie Rosmarin oder Thymian. Schön zu floralen Gins, bei sehr wacholdrigen Gins wird es schnell viel. |
| Aromatisierte Tonics | Holunder, Gurke, Zitrus und Co. Sie überdecken oft genau das, wofür du einen guten Gin gekauft hast. |
| Light Tonic | Weniger Zucker, oft mit Süßstoff. Geschmackssache. Der Bitterton tritt stärker hervor. |
Tonic Water enthält Chinin. Deshalb steht auf dem Etikett „chininhaltig“.

Zeste statt Scheibe, Highball oder Ballonglas
Die Garnitur soll Duft bringen, nicht Saft. Eine Zeste legt die Zitronenöle obenauf, ohne den Drink sauer und wässrig zu machen. Eine Zitronenscheibe tut genau das. Gurke, Beeren und Blüten sind hübsch, sagen aber wenig über den Gin.
Das Glas ist zweitrangig, solange es groß genug für viel Eis ist. Im schmalen Highball bleibt die Kohlensäure länger, im bauchigen Ballonglas kommt der Duft besser an die Nase.
Die Temperatur: Alles kalt. Tonic aus dem Kühlschrank, Gin gern auch. Warmes Tonic schmilzt das Eis und verliert sofort Kohlensäure. Mehr zum Thema im Artikel über Eis.
Fachbeitrag von Doreen Philipp
Woher der Gin Tonic kommt, wie Gin und Tonic zusammenfanden und was eine Bartenderin über Glas, Garnitur und Perfect Serve weiß.

Doreen Philipp ist seit 2005 Barkeeperin, u. a. im Bayerischen Hof München und im Mandarin Oriental München. Auf Instagram findest du sie als gagacocktails.
„Da bestellt man ein Getränk mit nur 2 Zutaten und könnte meinen, man wüsste was man bekommt!“
Doreens kompletter Fachbeitrag
Wo liegt sein Ursprung? Wie finde ich (m)einen Perfect Serve? Welchen Einfluss haben die Auswahl des Gin and Tonic´s - sowie Glas, Garnitur und Mischverhältnis?
Da bestellt man ein Getränk mit nur 2 Zutaten und könnte meinen, man wüsste was man bekommt! Während man aber am köstlichen Wacholderzapfen in Flüssigform sippt, drehen sich die Gedanken plötzlich genauso wild, wie die Bubbles im entsprechend kombinierten Tonic! Was eigentlich macht diesen einen "Gin Tonic" so anders als den, welchen man gerade gestern noch auf der Zunge hatte? Nehmen wir doch erst einmal einen ordentlichen Schluck vorab und stürzen uns auf die G&T Basics!
Wie fanden Gin und Tonic eigentlich zusammen? Und wo liegt ihr Ursprung?
Beim Gin gilt es hierbei ein wenig weiter auszuholen... Erst vom Aufstieg zum Fall - dann vom Tiefpunkt zur Blüte: Wir befinden uns im holländisch- spanischen Krieg, irgendwo zwischen 1568 und 1648. Der deutsche Arzt Franciscus Sylvius de le Boie brachte in den Niederlanden eine Tinktur in Umlauf, welche gegen Nieren- und Magenerkrankungen eingesetzt wurde und sich "Genever" nannte. (frz. genièvre „Wacholderbeere“) Danach verweilte der Urvater des heutigen Gins nicht lange in seiner Heimat. Die holländischen Soldaten kämpften derzeit an der Seite der Englischen - und tranken sich mit dem Wacholderöl- versetztem Alkohol gemeinsam Mut und Gesundheit an. Die Thronbesteigung des Holländers Wilhelm der III. von Oranien in England förderte seinesgleichen den rasanten Aufstieg des Genevers zum König der Spirituosen. Neue Gesetze (welche Privatpersonen das Brennen von "Gin" erlaubten) und Einfuhrverbote für französische Produkte (demnach auch Weinbrände) führten geradezu zu einer Gin Hysterie. Diese erreichte 1727 ihren Gipfel - denn wie heisst es so schön: Je höher erklommen, desto tiefer gefallen! Der Gin - seinerzeit günstiger als Bier und demnach bei der Marine, in den Gassen und noch im letzten Thekenritzchen anzutreffen - musste in seine Schranken gewiesen werden. Man mag es treffend als Ginwahn beschreiben (welcher 1737 mit dem "Gin Act" einzudämmen versucht wurde) - denn die Bevölkerung war schlichtweg zu betrunken, um zu funktionieren. Einige berühmte Gemälde sind anschauliche Denkmäler an jene Tage, welche einen dunklen Schatten auf die heute so sommer sonnige Spirituose warfen. Denn der neue Ansatz (Produktion nur noch mit Lizenz und ein kalkulierter Preisanstieg, der den Gin für den Adel prädestinieren sollte) war theoretisch eine gute Idee, praktisch jedoch schlichtweg ein Reinfall! Geboren war die Schwarzbrennerei und der Fusel, welchen der Mondschein zu Tage brachte... Eine andere Strategie musste her. Tatsächlich schaffte der Tippling Act 1751 dem sogenannten Gin Craze ein Ende, indem er den Direktvertrieb an Endkonsumenten verbot und die Herstellung von minderwertigem Gin strafbar machte. Die Versteuerung von Getreide in den Folgejahren machte die Produktion zwar teurer, aber die Qualität des Endproduktes stieg enorm, genau wie die Lukrativität durch die industrielle Revolution. Geboren war ein neuer Qualitätsstandard, der sich kontinuierlich bis ins heutige Jahrtausend steigerte. Neue Importe brachten mehr Varianz in den Aromen - doch manch eine Destille besinnt sich heute ganz bewusst wieder auf den Ursprung der Ginseele: den frischzapfigen Wacholder. (Ihr wisst ja, welche gemeint ist ;)
Denn der sanfte Hieb mit dem Juniperus - dessen atemberaubende Frische - kickt seit mittlerweile Hunderten von Jahren unsere müden Geschmacksknospen wach. Denn der sanfte Hieb mit dem Juniperus - dessen atemberaubende Frische - kickt seit mittlerweile Hunderten von Jahren unsere müden Geschmacksknospen wach.
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Wo nun aber bleibt Robin, lieber Batman?
Im wahren Leben ist es letztendlich nicht anders als im Comic: Jeder authentische Held braucht seinen Co- Pilot. Und gleich dem Warner Brothers´ Gespann, spielt auch das Tonic in unserem Longdrink keine untergeordnete Rolle - es hat historisch gesehen selber Kultstatus! Das chininhaltige Blubberwasser (mit mehr oder weniger Zuckerzusatz) kam nämlich bereits vor Jahrhunderten in Indien als Hausmittel gegen Malaria zum Einsatz: Einer Legende zufolge soll ein spanischer erkrankter Soldat in einen, von Chinarindenbäumen umgebenen, Tümpel gestürzt sein ... und sich am nächsten Tag bester Genesung erfreut haben! Das ist zweifelsohne heute schwer belegbar! Fakt ist jedoch, dass Indien als englische Kolonie viele Soldaten beherbergte, welche sich nachweislich (zur Vorsorge) das Chinin als bitteres Heilmittel gegen Malaria mit ihrem heimatlichen Gin versüßten. Die potentielle Zugabe von Zitrone oder Limette(-nschale) hatte übrigens traditionell auch einen medizinischen Hintergrund: Das Vitamin C der Zitrusfrüchte schütze vor Skorbut (Zahnausfall). Zudem passte es geschmacklich gut. Fazit: Es war ein vollmundiges Mischgetränk entstanden, welches auch noch Gesundheit versprach! Batman und Robin hatten sich gefunden.
Was macht unsere heutigen Gin and Tonic Variationen aus?
Nach der intensiven Erforschung der Frage Wie Gin und Tonic sich fanden? bleibt nun noch zu klären, was das Alles mit unserer heutigen Erfrischung im Glas zu tun hat. Denn weder wird Gin heutzutage bei Nieren- oder Magenleiden verschrieben - noch heilen wir mit dem Kohlensäure versetzten Chininwasser hierzulande Malaria. Und trotzdem erfreut sich der bitter- balancierte Longdrink einer geradezu unfassbaren Beliebtheit. Da mögen an heißen Sommertagen Scotch und Co. neidig den Kopf in den Sand stecken... Worin liegt also sein Geheimnis? Was macht eine Symbiose aus nur zwei Hauptbestandteilen so unverwechselbar und speziell? Und wieso ist es so schwer, das passende Tonic zum jeweiligen Gin zu finden? Man bedenke, dass bei mehr als 5500 Gin Marken weltweit, und über 350 Tonicwassern, die Auswahl und Kombinationsmöglichkeiten ja nicht gerade knapp sind...
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Hier eine kompakte DNA Analyse des beliebten Highballs.
Der Mensch ist nun einmal visuell eingestellt! Zudem nimmt man ca. 90% der Aromen am Rachen und Gaumen erst einmal über die Nase wahr - was den Einsatz von einem Spritzer der ätherischen Öle einer Zitrusfruchtschale durchaus rechtfertigt. Klar ist aber, dass damit immer der puristische Geschmackseindruck des G&Ts dezent verfälscht wird - Perfektionisten sollten also keine Verkostung mit Garnitur vornehmen. Auch die Rolle von hochwertigem Eis sollte keinesfalls unterschätzt werden - um eine übermäßige Verwässerung und somit Verfälschung des Geschmackseindrucks zu vermeiden. Und so sollte die Beweisführung für meine These hinreichend dargelegt sein: Mysterium Gin and Tonic - So komplex kann einfach sein!
Hier noch ein paar sehr hilfreiche, weiterführende Links zu dem Thema:
- alles über GT: ginspiration
- Fakten über Tonic: mixology
- Tonic Water Test: ginspiration
Für deinen Gin Tonic
Unser London Dry für den Klassiker, die Navy Strength für den kräftigen, das Tasting Set zum Vergleichen.
Häufige Fragen
Was ist das beste Mischverhältnis für Gin Tonic?
Die meisten Barkeeper arbeiten zwischen 1 : 2 und 1 : 4. Ein guter Startpunkt ist 1 : 3, also 4 cl Gin auf 12 cl Tonic. Von dort aus passt du an deinen Geschmack an.
Wie viel Gin gehört in einen Gin Tonic?
Meist 4 cl. Bei Gins mit sehr hohem Alkoholgehalt wie einer Navy Strength reichen 3 cl.
Gin oder Tonic zuerst ins Glas?
Erst das Eis, dann den Gin, dann das Tonic. So kühlt der Gin vor, und das Tonic verliert beim Eingießen weniger Kohlensäure.
Welches Tonic passt zu London Dry Gin?
Ein trockenes Indian Tonic mit klarer Bitterkeit und guter Kohlensäure. Stark aromatisierte Tonics überdecken den Wacholder.
Wie viel Alkohol hat ein Gin Tonic?
Mit 4 cl Gin (46,5 % vol) und 12 cl Tonic sind es rund 11,6 % vol, mit etwas Schmelzwasser eher 10 bis 11 % vol. Das sind etwa 15 g reiner Alkohol.
Warum wird mein Gin Tonic trüb?
Ölreiche Gins wie JUNIPER JACK zeigen auf Eis den Louche-Effekt: Die ätherischen Öle sammeln sich bei Kälte zu feinen Tröpfchen. Das ist rein physikalisch und verschwindet wieder, wenn der Drink wärmer wird. Das ist ein Zeichen für viel Aroma.
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Alle Angaben ohne Gewähr, Werte gerundet.