Gin Brennerei von Juniper Jack London Dry Gin

Gin Destille von Juniper Jack

KEIN HOKUSPOKUS IN DER GIN-FLASCHE

Im Gespräch mit Destillateurmeister Hennig und Gründer Fiedler

Die Brennerei ist in einem kleinen und unscheinbaren Örtchen namens Reichenbach in der Nähe von Meißen beheimatet. Hier gibt es keine modernen Bauten, keine beleuchteten Firmenlogos, geschweige denn Handyempfang. Nichts weißt auf die Brennerei und seinen Meister Siegbert Hennig hin. Irgendwie passt das zum Brennmeister, denn auf reine Äußerlichkeiten und große Worte legt man hier keinen Wert. Was zählt sind die inneren Werte. In diesem Fall heißt das, Aromen und Geschmack. Es braucht viel Erfahrung, harte Arbeit und unendlich viel Geduld um den Botanicals ihre Geheimnisse zu entlocken. Behutsam und schonend werden die 10 „Drogen“ mazeriert und später in der 300 l Kupferbrennblase destilliert.

Neben dem Können ist das Vertrauen zwischen Gründer und Meister ausschlaggebend. Wer sonst investiert zwei Jahre Arbeit in die Rezeptentwicklung und in den Aufbau einer Boutique-Marke? Insbesondere mit dem Wissen, dass die Mengen auch im Erfolgsfall extrem begrenzt bleiben werden. Die beiden Charakterköpfe sind nicht angetreten um den leichten Weg zu beschreiten. Ihren Antrieb und ihre ansteckende Begeisterung schöpfen sie aus der Herausforderung. „Uns war klar, dass nur ein echter „London Dry“ in die Flasche kommt. Das war weniger eine rationale als vielmehr emotionale Entscheidung.

Über Geschmack soll man streiten, über Qualität nicht! “ sagt Fiedler. Mit dem Prädikat der Königsdisziplin „London Dry“ ist dann auch alles gesagt. Erfrischenderweise entfallen so die sonst üblichen Übertreibungen und schwülstigen Wollhülsen wie „Premium“ oder „Super Premium“. Juniper Jack versucht gar nicht erst der nächste verspielte Gin im Sortiment zu sein. Er ist einfach nur ein London Dry der alten Schule. Ehrlich und komplex im Geschmack. Intensiv in der Aromatik. „Eine Wacholder-Bombe, die im Mund ihre Sprengkraft noch nach Minuten später entfaltet“ freut sich Siegbert Hennig. Dabei steckt kein Hokuspokus in der Flasche. Wacholder, Wermut, Orangen- und Zitronenschale, Koriander, Minze. Also das übliche. Nur die gepflückten Brombeerblätter fallen aus dem Rahmen. Sie spendieren eine kräutrige Note, die sich aber nicht in den Vordergrund drängt. „Und die anderen drei geheimen Zutaten sind einfach geheim“, sagt Fiedler.

Auch in Sachen Vertrieb schwimmen die Macher von Juniper Jack gegen den Strom. Sie verzichten auf reine Online-Händler und weitestgehend auf Fachgroßhändler. „Wir wachsen lieber langsam. Dafür behalten wir die Kontrolle und kennen unsere Kunden persönlich.“ Das hat vor allem Vorteile für die Kunden, erklärt Fiedler. „… sie können darauf vertrauen, dass Juniper Jack dort zu Hause ist, wo der Independent Spirit gelebt wird.“

 

SIEGBERT HENNIG


Master Distiller

Siegbert Hennig ist mit Leib und Seele bei der Sache. Dass er sieben Tage die Woche in der Manufaktur ist, kommt viel zu oft vor, findet die Familie. Doch sein Handwerk ist für ihn Passion und Profession. Sein erklärtes Ziel: „Soviel Spaß wie möglich muss ins Glas!“ Dieser Spaß bedeutet nicht Alkohol. Berauschen soll der Reichtum der Aromen, der sich beim Tanz der Tropfen über die Zunge entfaltet. Mit Erfahrung, Neugier und nie versiegender Probierlust entstand nach intensiver Handarbeit ein London Dry, der so einmalig, ehrlich und pur ist, wie der Brennmeister, durch dessen Hände Arbeit er entstanden ist.

JÖRG FIEDLER


 Gründer

Als Vertriebsleiter des renommierten Weingutes „Schloss Proschwitz“ bei Meißen war mehr als fünf Jahre feinster Genuß in Flaschen seine Berufung. Weine und Spirituosen wurden zur Leidenschaft. Im Jahr 2013 gründete er sein eigenes Unternehmen, um sich voll und ganz dem flüssigen Wacholder zu widmen. „Ich sehnte mich nach einem eigenen Baby, nach einem eigenen Gin.“ Gut, dass er seit Jahren mit Siegbert Hennig eng befreundet war. Beide teilen die Begeisterung für Spaß im Glas. Und so konnten sie der Versuchung nicht widerstehen, einen kompromisslosen und stoffigen London Dry Gin zu kreieren. Nach unzähligen Experimenten mit Botanicals und Brennverfahren, war nach knapp zwei Jahren das „Baby“ geboren.

London Dry Gin aus Dresden?!

Das Gin-Reinheitsgebot

„London Dry“ ist keine geographische Ursprungsangabe, vielmehr ein gesetzlich streng reguliertes Prädikat.

Zu Verwechslungen kommt es schnell, da die Kombination aus (Stadt XY + Dry Gin) nicht reglementiert ist. Umgangssprachlich wird „London Dry“ als das „Gin-Reinheitsgebot“ bezeichnet.

Nicht ohne Grund, denn wer sich als Hersteller für ein London-Dry-Verfahren entscheidet, verzichtet bewußt auf geschmackliche Hilfsmittel und nimmt sich komplett die Möglichkeit, nach der Destillation Einfluss auf das Resultat zu nehmen. Gleichzeitig hat man viele Hürden und hohe Kosten beim Betreiben einer Destille und Risiken bei der Verarbeitung der Botanicals in Kauf zu nehmen. Ein sehr steiniger und steiler Weg, aber einer, der sich lohnen kann.